Häufig gestellte Fragen

Fragen zu Schmerzen

Die häu­fig­ste Ursache für „bren­nende Beschw­er­den“ beim Wasser­lassen ist eine Harn­wegsin­fek­tion. Nicht sel­ten gehen diese Beschw­er­den mit einem erhöht­en Drangge­fühl, ein­er erhöht­en Fre­quenz beim Wasser­lassen, trüben übel­riechen­dem Urin und manch­mal auch mit Fieber einher.

In den aller­meis­ten Fällen ist eine auf­steigende bak­terielle Infek­tion für die Beschw­er­den ver­ant­wortlich. Sel­ten sind die Beschw­er­den Folge ein­er viralen Infek­tion, ein­er Strahlen­ther­a­pie oder ander­er entzündlich­er nicht bak­terieller Ursachen.
Auf­grund der kürz­eren Harn­röhre sind Frauen weitaus häu­figer betrof­fen als Männer.

Oft wer­den Nieren­schmerzen mit Rück­en­schmerzen ver­wech­selt oder Rück­en­schmerzen mit Nieren­schmerzen. Nieren­schmerzen kön­nen unter­schiedlichen Charak­ters sein, so kön­nen sie zum einen dumpf drück­end oder zum anderen wellen­för­mig-stechend auftreten (kolikar­tig). Nicht sel­ten strahlen Nieren­schmerzen in den Unter­bauch aus.

Der Unter­schied zum Rück­en­schmerzen ist, dass dieser in der Regel unab­hängig von Bewe­gung auftritt.
Ursäch­lich für Nieren­schmerzen kön­nen Entzün­dun­gen des Nieren­beck­ens (Pyelonephri­tis) sein. Bei schw­eren Ver­läufen kön­nen die Schmerzen mit Fieber und / oder Schüt­tel­frost einhergehen.
Wenn der von der Niere gebildete Urin nicht unge­hin­dert in die Harn­blase ablaufen kann, spricht man von ein­er Harn­trans­port­störung oder Harn­stau­ung. Durch die damit ver­bun­dene Druck­er­höhung im Nieren­beck­en kön­nen heftige, wellen­för­mige Schmerzen entste­hen, die nicht sel­ten mit Übelkeit und / oder Erbrechen ein­herge­hen. In schw­er­wiegen­den Fällen kön­nen auch Fieber und Schüt­tel­frost auftreten. Ursäch­lich für die Harn­stau­ung sind in der Regel Harn­steine, Harn­leit­eren­gen und sel­ten Tumore.

In sel­te­nen Fällen kön­nen Tumore der Nieren bzw. Harn­leit­er oder Durch­blu­tungsstörun­gen der Nieren eben­falls Schmerzen auslösen.
Unab­hängig von der Ursache der Beschw­er­den soll­ten per­sistierende Schmerzen im Rück­­en-/ Nieren­bere­ich ärztlich abgek­lärt wer­den.    

Das Empfind­en von Leis­ten- bzw. Hoden­schmerzen kann sehr unter­schiedliche Gründe haben. Der sub­jek­tiv wahrgenommene Leis­ten­schmerz kann so zum einen in den Hoden ein­strahlen ohne dass der Hoden selb­st bei Berührung wirk­lich schmerzt.
Zum anderen kann er vom Hoden aus­ge­hen und in die Leis­ten­re­gion ausstrahlen. Hier­bei kann der Hoden sehr wohl unge­mein druck­empfind­lich sein.
Die Behand­lung der Schmerzen richtet sich nach der Ursache der Beschwerden.
Wenn der Hoden bzw. seine umgeben­den Struk­turen (z.B. Neben­ho­den) bei Berührung stark druckschmerzhaft ist / sind, ist nicht sel­ten eine Hoden-/Neben­ho­de­­nentzün­­dung  (Orchi­tis / Epi­didymi­tis) für die Beschw­er­den ver­ant­wortlich. Eine solche Entzün­dung begin­nt meis­tens schle­ichend, kann mit Beschw­er­den beim Wasser­lassen, mit Fieber und einem all­ge­meinen Krankheits­ge­fühl ein­herge­hen. Aus­lös­er von Hode­nentzün­dun­gen sind meis­tens Bak­te­rien, die sich ein- oder bei­d­seit­ig aus­bre­it­en und akute oder auch chro­nis­che Hoden­schmerzen nach sich ziehen.
Begin­nt die Symp­to­matik spon­tan z.B. aus dem Schlaf her­aus und hat sofort unerträglichen Charak­ter, kön­nte ein­er Ver­drehung des Hodens (Hoden­tor­sion) mit gle­ichzeit­iger Unter­brechung des Blutabflusses ursäch­lich für die Beschw­er­den sein. In jedem Fall han­delt es sich um einen Not­fall und eine akute urol­o­gis­che Vorstel­lung ist notwendig.
Bei in den Hoden­sack ein­strahlen­den Beschw­er­den bei denen der Hoden an sich nicht son­der­lich druckschmerzhaft ist, kön­nte es sich um eine Reizung des Ner­ven han­deln, welch­er den Hoden sen­si­bel ver­sorgt (Sper­matikus­neu­ral­gie). Diese Ner­ven­reizung kann durch Beschw­er­den in der Leis­ten­re­gion, z.B. Leis­ten­bruch / „Sportler­leiste“, oder sel­ten eines sich im Harn­leit­er befind­lichen Harn­stein han­deln. Auch Beschw­er­den im Hüft­ge­lenk kön­nen in den Hoden­sack einstrahlen.
In sel­te­nen Fällen kön­nen Hoden­tu­more oder Kramp­fadern (Varikozele) für die Beschw­er­den ver­ant­wortlich sein.
In jedem Fall soll­ten Leis­ten- und Hoden­schmerzen urol­o­gisch abgek­lärt werden.

Fragen zur Harnblase

Wenig Blut reicht aus um den Urin rot zu fär­ben. Neben dem Schreck stellt sich sofort die Frage nach dem Warum!? Nicht sel­ten ist die Blu­tung auch nur mikroskopisch bzw. mit einem Test­streifen im Zuge ein­er hausärztlichen Rou­tinekon­trolle nach­weis­bar (Ery­throzy­turie).
In den meis­ten Fällen ist die Ursache des rot ver­färbten Urins bzw. der Ery­throzy­turie harm­los. Daher soll­ten Sie nicht in Panik ger­at­en und einen Urolo­gen auf­suchen. Die Blu­tung kann bei Erkrankun­gen der Niere, der Harn­leit­er, der Blase und bei Män­nern bei Prostataverän­derun­gen auftreten. Grund­sät­zlich unter­schei­det man die symp­to­ma­tis­che Blu­tung (Bren­nen beim Wasser­lassen, Schmerzen im Nieren­bere­ich, Bauchkrämpfe etc.) von der asymp­to­ma­tis­chen Blutung.
Bei symp­to­ma­tis­ch­er Blu­tung ist nicht sel­ten eine Entzün­dung der Harn­röhre, Harn­blase oder Nieren für die Beschw­er­den ver­ant­wortlich. Akute Entzün­dun­gen im Bere­ich der Blase, des Nieren­beck­ens, der Prosta­ta, des Hodens und Neben­ho­dens kön­nen sehr schmerzhaft sein und soll­ten umge­hend behan­delt werden.
Auch bei Nieren‑, Blasen- bzw. Harn­leit­er­steinen ist in der Regel Blut im Urin nachzuweisen. Im Falle der symp­tom­losen Blu­tun­gen kön­nen kleine Ein­risse der Schleimhaut, Blu­tun­gen aus Prostatave­nen, internistis­che Erkrankun­gen der Nieren, Unfälle, über­mäßige kör­per­liche Aktiv­ität und Medika­mente ursäch­lich sein.
In sel­te­nen Fällen kann die Blu­tung aber auch auf­grund ein­er bösar­ti­gen Geweb­sverän­derung im Nieren­beck­en, den Harn­leit­ern, der Blase oder Prosta­ta auftreten. Daher sollte jede Blu­tung urol­o­gisch abgek­lärt werden.

Anhand unseres Bildes kön­nen Sie erken­nen wie ger­ing der Blu­tan­teil sein kann, der bere­its zu ein­er deut­lichen Ver­fär­bung führen kann.

Eitriger Aus­fluss aus der Harn­röhre ist nicht sel­ten Folge ein­er Infek­tion mit Gonokokken, Gon­or­rhoe oder auch „Trip­per“ genannt.
Ein serös­er, „glasiger“ Aus­fluss spricht in der Regel für eine nicht gon­or­rhois­che Ure­thri­tis / Harn­röhre­nentzün­dung. Diese wird z.B. durch Chlamy­di­en, Myko­plas­men oder Ure­aplas­men hervorgerufen.
Wenn es sich schlicht um eine Blu­tung aus der Harn­röhre han­delt kann dies Folge eines Trau­mas (z.B. durch sex­uelle Hand­lun­gen), ein­er medi­zinis­chen Manip­u­la­tion (z.B. nach Katheter­an­lage) oder sehr sel­ten Folge eines Harn­röhrenkarzi­noms sein.
In jedem Fall soll­ten Sie sich urol­o­gisch unter­suchen lassen.

Jede Form der Blase­nentleerungsstörung kann prinzip­iell behan­delt wer­den. Auch hier gilt, dass zunächst die genaue Ursache der Beschw­er­den gefun­den wer­den muss um eine erfol­gre­iche Ther­a­pie durchzuführen.
Die „Reizblase“ ist nicht sel­ten Folge ein­er bish­er unbekan­nten Infek­tion, ein­er psy­chis­chen Belas­tungsreak­tion, eines Hor­mon­man­gels und sel­ten eines Blasentumors.

Grund­la­gen für eine erfol­gre­iche Ther­a­pie sind neben der sorgfälti­gen Erhe­bung der Krankengeschichte die Abklärung der Infek­t­si­t­u­a­tion im Gen­i­tal­trakt, eine kör­per­liche Unter­suchung und ggf. eine Blasen­spiegelung  oder Blasendruckmes­sung (Uro­dy­namik).

Fragen zu Sperma /Hoden

Eine rote bzw. bräun­liche Ver­fär­bung im Sper­ma (Ejaku­lat) fällt oft nach Geschlechtsverkehr bzw. sex­ueller Aktiv­ität auf. Meis­tens ist die Ursache der Blu­tung harmlos.
Jede Blu­tung sollte urol­o­gisch abgek­lärt wer­den, auch wenn sich in vie­len Fällen keine Ursache für die Blu­tung mehr nach­weisen lässt.
Gründe für Blut im Sperma
Nicht sel­ten ist ein kleines, ver­let­ztes Gefäß in den Samen­we­gen für die Blu­tung ver­ant­wortlich. Eine bräun­liche Ver­fär­bung tritt nach langem Ver­weilen des Blutes in der Samen­flüs­sigkeit auf.
Weit­ere Ursachen der Blu­tung kön­nen Entzün­dun­gen der Prosta­ta, Samen­bläschen oder Folge urol­o­gis­ch­er Oper­a­tio­nen / Ein­griffe sein.
In sehr sel­te­nen Fällen kön­nen bösar­tige Erkrankun­gen der Hoden, Samen­wege oder der Prosta­ta für die Blu­tung ver­ant­wortlich sein.
Fällt im Rah­men ein­er Selb­sab­tas­tung eine Ver­här­tung des Hodens auf, sollte dies in jedem Fall von urol­o­gisch abgek­lärt wer­den. Wen­ngle­ich nicht immer ein behand­lungs­bedürftiger Tumor vor­liegt, so ist der Auss­chluss eines solchen zwin­gend erforderlich.
Ein Hoden­tu­mor kann man als „holzharten“ Knoten tas­ten. Dif­fer­n­tial­diag­nos­tisch kommt eine Sper­ma­tozele (Zyste im Neben­ho­den) oder eine Hydrozele (Wasser­bruch, Flüs­sigkeit im Hoden­sack) in Frage. Ohne klin­isch Unter­suchung und Ultra­schall kann die Unter­schei­dung jedoch sehr schwierig sein.

Fragen zum Sexualleben

Als Geschlecht­skrankheit­en beze­ich­net man sex­uell über­trag­bare Krankheit­en (auf Englisch: sex­u­al trans­mit­ted dis­eases; kurz STDs). Krankheit­ser­reger kön­nen Viren, Bak­te­rien, Pilze oder Par­a­siten sein. Diese wer­den bei sex­uellem Kon­takt von Men­sch zu Men­sch über­tra­gen. Geschlecht­skrankheit­en kom­men bei Män­nern und Frauen vor, ihre Symp­tome unter­schei­den sich allerd­ings manch­mal. Hier lesen Sie alles wichtige über die Krankheit­en, ihre Über­tra­gung und wie Sie sich schützen kön­nen.

Häu­fige Geschlechtskrankheiten
Eine Geschlecht­skrankheit (vener­ische Krankheit) ist eine Erkrankung, die vor­rangig durch sex­uellen Kon­takt von Men­sch zu Men­sch über­tra­gen wird. Zwar kom­men bei den meis­ten Geschlecht­skrankheit­en auch andere Ansteck­ungswege in Frage, sie spie­len aber eine unter­ge­ord­nete Rolle.

Sex­uell über­tra­gen wer­den vor allem HIV, HPV-Viren, Gen­i­tal­her­pes, Syphilis (Lues), Tri­chomon­aden, Trip­per (Gon­or­rhoe), Ulcus Molle (Weich­er Schanker), Chlamy­di­en sowie Hepati­tis B / C.

Sex­uell über­trag­bare Krankheit­en haben ver­schiedene Über­tra­gungswege. Man kann sich mit Geschlecht­skrankheit­en beim Oral‑, Vagi­­nal- und Analverkehr infizieren. Das Ansteck­ungsrisiko unter­schei­det sich allerd­ings bei den ver­schiede­nen Praktiken.

Geschlecht­skrankheit­en vorbeugen
Geschlecht­skrankheit­en kön­nen gele­gentlich trotz Kon­dom über­tra­gen wer­den. Kon­dome bieten nur dann einen zuver­läs­si­gen Schutz vor sex­uell über­trag­baren Krankheit­en, wenn sie passen und kor­rekt angewen­det werden.

Kor­rekt benutzt, schützen Kon­dome aber recht sich­er vor Geschlecht­skrankheit­en. Dabei soll­ten sie nicht nur beim Vagi­nal­sex, son­dern auch beim Oral- und Analverkehr ver­wen­det wer­den. Um Geschlecht­skrankheit­en vorzubeu­gen, gibt es neben dem Kon­dom auch andere wichtige Schutz­maß­nah­men wie eine HPV-Impfung.

Bei der Ver­hü­tung unter­schei­den wir zunächst zwis­chen der Ver­hin­derung von Krankheit­süber­tra­gung und der Ver­hin­derung ein­er Schwanger­schaft. Für ersteres sind Kon­dome das Mit­tel der Wahl.

Um die Entste­hung von Schwanger­schaften zu ver­hin­dern gibt es eine Vielzahl an Möglichkeit­en. Den meis­ten ist gemein­sam, dass für die Empfäng­nisver­hü­tung die Frau in der Ver­ant­wor­tung ste­ht (Pille, Spi­rale, natür­liche Familienplanung).

Ist nun die Fam­i­lien­pla­nung eines Mannes abgeschlossen oder sind Kinder in der Leben­s­pla­nung nicht vorge­se­hen, so kann der Mann sich für eine Durchtren­nung bei­der Samen­leit­er (Vasek­tomie) entscheiden.

Der erforder­liche Ein­griff dauert sel­ten länger als 20 Minuten und wird in örtlich­er Betäubung durchge­führt. Die Erek­tion und der Samen­er­guss sind anschließend unverän­dert (lediglich die Farbe des Samen­er­guss­es wird etwas klar­er). Nach etwa 30 Ejaku­la­tio­nen (Samen­ergüssen) sind alle noch in den Samen­blasen verbliebe­nen Sper­mien verbraucht.

Die Sicher­heit der Empfäng­nisver­hü­tung durch die Vasek­tomie liegt bei nahe 100%. Die Vasek­tomie ist in dieser Hin­sicht die sich­er­ste Form der Empfäng­nisver­hü­tung überhaupt.

Außer dem Ein­satz von Kon­domen und der Vasek­tomie gibt es keine sin­nvollen Ver­hü­tungsmeth­o­d­en für den Mann.

Bei Erek­tion­sprob­le­men beste­hen ver­schiedene Ther­a­piean­sätze, bei denen Urolo­gen fol­gende Kri­te­rien überprüfen:

  • Was ist die Ursache der Erkrankung?
  • Wie alt ist der Patient?
  • Welche Risiko­fak­toren sind bekannt?
  • Was sind die Präferen­zen des Patienten?

Sind diese vier Kri­te­rien abgek­lärt, gibt es für Män­ner ver­schiedene Behand­lungsan­sätze. Ziel dabei ist es, wenn möglich immer erst die Ursache zu behan­deln. Dazu gehört es auch, dass Patien­ten gemein­sam mit ihrem Arzt den eige­nen Lebensstil kri­tisch betra­cht­en und beein­trächti­gende Lebens­ge­wohn­heit­en ändern. Part­ner­in­nen und Part­ner soll­ten bei der Behand­lung mitein­be­zo­gen wer­den. Erst wenn eine ursäch­liche Ther­a­pie keine Besserung schafft, ist eine Behand­lung der Symp­tome ratsam.

Medika­men­töse Behand­lung 

Neben der ursäch­lichen Ther­a­pie der zugrun­deliegen­den Erkrankung kann die erek­tile Dys­funk­tion medika­men­tös behan­delt wer­den. Die am häu­fig­sten einge­set­zte Medika­menten­gruppe ist die der soge­nan­nte Phos­pho­di­esterase-5-Hem­mer (PDE-5-Hem­mer), bei denen die „blaue Pille“ sicher­lich das bekan­nteste Medika­ment ist. Die Wirk­stoffe dieser Hem­mer sor­gen für eine stärkere Erweiterung der den Penis ver­sor­gen­den Blut­ge­fäße, sodass die Erek­tions­fähigkeit verbessert wird.

Die ver­schrei­bungspflichti­gen Medika­mente unter­schei­den sich dabei vor allem durch den Ein­tritt der Wirkung (von 15 bis 60 Minuten) und der Wirk­dauer (von 30 Minuten bis zu 6 Stun­den) voneinan­der. Die Kosten für diese Medika­mente dür­fen auf­grund eines Beschlusses des Geset­zge­bers nicht von den geset­zlichen Krankenkassen über­nom­men werden.

Zu den häu­fig­sten Neben­wirkun­gen gehören Kopf­schmerzen, niedriger Blut­druck und Sehstörun­gen. Vor allem Patien­ten mit Herzprob­le­men soll­ten sich vor Ein­nahme der Medika­mente kar­di­ol­o­gisch unter­suchen lassen. In Aus­nah­me­fällen sprechen Patien­ten auf PDE-5-Hem­mer nicht an. In diesem Fall sollte der Testos­teron­spiegel kon­trol­liert werden.

Wirk­stoff per Spritze (selb­st) injizieren

Führt die medika­men­töse Behand­lung zu kein­er Verbesserung, kön­nen Urolo­gen die Wirk­stoffe auch direkt in den Schwellkör­p­er injizieren (SKAT: Schwellkör­per­autoin­jek­tion). Alter­na­tiv ist auch das Ein­führen per Schmelztablette über die Harn­röhre (MUSE) möglich. Um die erfol­gre­iche Durch­blu­tung des Peniss­chwellkör­pers zu messen, erfol­gt die erste Anwen­dung zunächst beim Urologen.

Bei einem Ther­a­pieer­folg kann der Patient sich den Wirk­stoff dann zu Hause, meist 10 bis 20 Minuten vor dem Geschlechtsverkehr, per Fer­tigspritze schmerzfrei selb­st injizieren. In den let­zten Jahren haben diese bei­den Ther­a­piemöglichkeit­en, auch wegen ihrer schwieri­gen Hand­habung und Neben­wirkun­gen (Throm­bosen, schmerzhafte Erek­tion des Penis), an Bedeu­tung verloren.

Vaku­umpumpe 

Eine Alter­na­tive zu Medika­menten ist die eher sel­tene Ver­wen­dung ein­er Vaku­umpumpe, bei der ein über den Penis gestülpter Zylin­der ein Vaku­um erzeugt. Dadurch kann sich der Schwellkör­p­er aus­dehnen. Blut strömt ein und eine Erek­tion tritt ein. Über einen Gum­mir­ing, der über die Penis­ba­sis gestülpt wird, kann ein Abfließen des Blutes ver­hin­dert werden.

Schwellkör­per­prothese

Führen die oben genan­nten Behand­lungsmeth­o­d­en nicht zum Erfolg, kann auch die Implan­ta­tion ein­er Schwellkör­per­prothese in Betra­cht gezo­gen wer­den. Bei dieser Oper­a­tion wer­den die Schwellkör­p­er durch (hydraulis­che) Prothe­sen­schenkel erset­zt, die über einen speziellen Mech­a­nis­mus aktiviert oder deak­tiviert wer­den. Auf diesem Wege ist die Erek­tion steuer­bar. Wichtig: Die Schwamm­struk­tur des Schwellkör­pers wird durch diese Oper­a­tion geschädigt, sodass nach einem solchen Ein­griff auf keine andere Ther­a­piemöglichkeit (wie zum Beispiel Tablet­ten) zurück­gewech­selt wer­den kann.

Psy­chother­a­pie

Ger­ade bei jün­geren Patien­ten (unter 50 Jahren) sind psy­chis­che Prob­leme ein möglich­er Aus­lös­er für Erek­tion­sstörun­gen. Ärzte stellen häu­fig fest, dass es eine enge Beziehung zwis­chen depres­siv­en Störun­gen und erek­til­er Dys­funk­tion geben kann, auch bee­in­flussen Anti­de­pres­si­va die Sex­u­al­ität neg­a­tiv. Ein Gespräch mit einem Psy­chother­a­peuten sowie auch hier kann der zeitweise Ein­satz eines PDE-5-Hem­mers zur Über­win­dung ein­er Block­ade hil­fre­ich sein.

Was Sie selb­st bei erek­til­er Dys­funk­tion tun kön­nen 

Ein gesun­der und aktiv­er Lebensstil sowie eine ehrliche Aussprache mit dem Part­ner kön­nen manch­mal bei Erek­tion­sstörun­gen helfen. Beherzi­gen Sie diese Tipps:

  • Leben Sie gesund. Verzicht­en Sie auf Nikotin und Alkohol.
  • Ver­suchen Sie mit viel Bewe­gung und gesun­der Ernährung Ihren Blut­druck, Blutzuck­er, Blut­fette und Ihr Gewicht im Nor­mal­bere­ich zu halten.
  • Trainieren Sie Ihren Beck­en­bo­den, um Ihr Sex­u­alleben wieder in Schwung zu brin­gen. Die Schwellkör­per­muskeln aus der äußeren Schicht des Beck­en­bo­dens sind entschei­dend für die Erek­tion. Prob­leme mit der Erek­tion kön­nen deshalb auch auf einen schwachen Beck­en­bo­den hin­weisen. Ver­suchen Sie deshalb so oft wie möglich die Beck­en­bo­den­muskeln (ohne Hil­fe der Bauch- und Gesäß­muskeln) anzuspannen.
  • Auch wenn Sport und eine aktive Lebensweise vorteil­haft für die Erek­tions­fähigkeit sind, soll­ten Män­ner beim Rad­fahren vor­sichtig sein. Denn: Eine falsche Hal­tung oder ein falsch­er Sat­tel behin­dern manch­mal die Ner­ven­bah­nen oder den Blut­fluss im Gen­i­tal­bere­ich. Auch dies kann zu ein­er erek­tilen Dys­funk­tion führen. Tipp: Treten beim Rad­fahren Taub­heits­ge­füh­le im Penis oder Hoden­sack auf, soll­ten Sie Ihren Sat­tel über­prüfen. Im Ide­al­fall ist dieser möglichst bre­it und ergonomisch geformt.
  • Bei vie­len Paaren sind Erek­tion­sstörun­gen ein schambe­set­ztes The­ma: Sprechen Sie deshalb mit Ihrer Part­ner­in oder Ihrem Part­ner offen über Ihre Prob­leme, denn eine Erek­tion­sstörung bet­rifft Sie bei­de! Schon die Auseinan­der­set­zung mit der eige­nen und der part­ner­schaftlichen Sex­u­al­ität kann ein wichtiger Teil der Behand­lung sein. Lassen Sie sich auch beim Sex nicht zu sehr unter Druck set­zen, vielle­icht hat­ten Sie in let­zter Zeit viel Stress. Um Intim­ität zu ver­spüren, ist es manch­mal genau­so hil­fre­ich, ein­fach nur Zärtlichkeit­en auszu­tauschen. Nicht immer muss es zum „Äußer­sten“ kom­men. Sehen Sie dies auch als Chance, Neues auszuprobieren.

Fragen zu Medikamentöser Tumortherapie

Um einen bösar­ti­gen Tumor (Krebs) zu behan­deln, gibt es zunächst die Möglichkeit, ihn durch eine Oper­a­tion zu ent­fer­nen oder ihn mit sehr stark­er Rönt­gen­strahlung zu zer­stören. Sind bei­de Ansätze nicht erfol­gver­sprechend, so kann ein Arzt/eine Ärztin auch Medika­mente gegen den Krebs verabre­ichen. Dies beze­ich­net man als Chemother­a­pie (da Chemie gegen die Krankheit einge­set­zt wird). Mod­erne Chemother­a­pi­en haben viel von dem Schreck­en ver­loren, der ihnen aus ver­gan­genen Jahrzehn­ten anhaftet. Übelkeit und Haa­raus­fall kom­men zwar noch vor, sind aber sel­ten gewor­den. Ein(e) erfahrene® Behandler(in) wird mögliche Neben­wirkun­gen bere­its früh erken­nen und behan­deln. Ziel ein­er Chemother­a­pie ist eine Lebensver­längerung, aber wir wer­den immer auch die Leben­squal­ität im Auge behalten.

Bei eini­gen Kreb­sarten (aber nicht bei allen) ist die Medi­zin mit­tler­weile in der Lage, den Tumor mith­il­fe von Immunther­a­pie zu behan­deln. Hier­bei wird (grob vere­in­facht) dem Tumor die Möglichkeit genom­men, sich vor dem kör­pereige­nen Immun­sys­tem zu verstecken.

Diese Behand­lung funk­tion­iert also nur dann, wenn der Patient/die Pati­entin über ein gutes Immun­sys­tem ver­fügt. Neben­wirkun­gen kom­men bei der Immunther­a­pie zwar auch vor, aber deut­lich sel­tener als unter der klas­sis­chen Chemotherapie.

Sonstige Fragen

Der PSA-Wert (sog. Prostataw­ert; Abkürzung für Prosta­­ta-spez­i­­fis­ch­es Anti­gen) ste­ht für das hil­fre­ich­ste Mit­tel der Urolo­gen in der Früherken­nung von Prostatakrebs. Im männlichen Kör­p­er ist das PSA für die Ver­flüs­si­gung des Sper­mas nach der Ejaku­la­tion mitver­ant­wortlich. Die Bes­tim­mung des PSA-Wertes erfol­gt über eine Blu­tent­nahme. Je nach Höhe des Wertes muss der Urologe/die Urolo­gin eine Empfehlung für das weit­ere Vorge­hen maßschnei­dern. Erfahrene Ärzte acht­en hier nicht nur auf die absolute Höhe des PSA-Wertes

son­dern set­zen den Wert in Ver­hält­nis zu den ver­gan­genen Werten, zu dem Alter des Patien­ten, zu der Größe der Prosta­ta, betra­cht­en die famil­iäre und per­sön­liche Vorgeschichte. Auch wenn der PSA-Wert durch manche reißerische Darstel­lung in den Medi­en an Rep­u­ta­tion ver­loren hat, so stellt er in der Hand von erfahre­nen ÄrztIn­nen ein her­vor­ra­gen­des Früherken­­nungs-Instru­­ment dar und eignet sich ide­al zur Überwachung ein­er bere­its bekan­nten Prostatakrebsekrankung.

Wir sind uns der Ver­ant­wor­tung gegenüber unseren Patien­ten bewusst und behan­deln keine Labor­w­erte son­dern immer den Men­schen. Daher sind unsere Konzepte in jedem Fall abso­lut indi­vidu­ell zugeschnit­ten. Es gibt in unser­er Prax­is kein “one-fits-for-all”-Vorgehen.

Wenn im Rah­men ein­er Kreb­s­früherken­nung­sun­ter­suchung eine unklare Verän­derung der Prosta­ta bemerkt wird (beispiel­sweise bei verdächtiger PSA-Kon­stel­la­­tion oder verän­dertem Tast­be­fund der Prosta­ta), so wurde in der Ver­gan­gen­heit direkt eine Probeent­nahme aus der Prosta­ta ver­an­lasst, um einen Prostatakrebs zu sich­ern oder auszuschließen. Dies hat­te den Nachteil, dass auf der einen Seite rel­e­vante Befunde häu­fig überse­hen wur­den (denn eine Stich­probe ist ja auch fehler­an­fäl­lig) und auf der anderen Seite unnötige Biop­sien durchge­führt wur­den. In anderen Fällen kam es im Anschluss an die Biop­sie zu schw­eren Prostataentzündungen.

Um die Zahl unnötiger Biop­sien zu reduzieren und die Tre­f­fer­ge­nauigkeit der Biop­sie zu erhöhen beste­ht die Möglichkeit, ein MRT der Prosta­ta anzufertigen.

Zeigt das MRT keine Auf­fäl­ligkeit, so kann in den meis­ten Fällen auf eine unan­genehme Biop­sie verzichtet wer­den. Sollte sich im Rah­men des MRT eine auf­fäl­lige Region der Prosta­ta find­en lassen so kann die erstellte “Land­karte” der Prosta­ta dem Urologen/der Urolo­gin bei der Biop­sie helfen. Dies trägt zu ein­er höheren Tre­f­fer­ge­nauigkeit bei.

Lei­der ist die mpM­RT-Unter­­suchung der Prosta­ta bis­lang keine Leis­tung der geset­zlichen Kranken­ver­sicher­er. Daher wird je nach radi­ol­o­gis­ch­er Prax­is i. d. R. ein Betrag von etwa 500 Euro dem Patien­ten in Rech­nung gestellt.

Wenn sich bei der Erstel­lung eines mul­ti­para­metrischen MRT der Prosta­ta ein verdächtiger Bere­ich inner­halb der Prosta­ta zeigt, so muss aus diesem Bere­ich eine Probe (Biop­sie) gewon­nen wer­den, um Klarheit zu schaf­fen (bösar­tig oder gutar­tig). Die Biop­sie wird in der Regel in örtlich­er Betäubung und unter Ultra­schal­lkon­trolle vom End­darm oder vom Damm aus ent­nom­men. Hier kann es sin­nvoll sein (je nach Lage und Größe der verdächti­gen Region im MRT), die Bilder von Ultra­schall und MRT “übere­inan­derzule­gen”. Somit kann man ein zuvor im MRT definiertes Ziel über den Ultra­schall mil­lime­ter­ge­nau anpeilen. Würde man den ungewöhn­lichen Ver­gle­ich mit dem Mil­itär bemühen, so wäre das MRT die Land­karte mit dem Zielpunkt, der Ultra­schall wäre der Beobach­tungspunkt, der/die Durch­führende wäre der Schütze.

Reg­ulär begin­nt die geset­ztliche Kreb­s­früherken­nung für Män­ner ab dem Alter von 45 Jahren. Die Früherken­nung wird jährlich ange­boten. Bei Män­nern mit famil­iär gehäuft vork­om­menden urol­o­gis­chen Erkrankun­gen (z. B. Prostatakrebs bei Vater, Groß­vater oder Onkel) wird die erste Früherken­nung bere­its im Alter von 40 Jahren empfohlen.

Die Vasek­tomie verän­dert nur die Zusam­menset­zung des Sper­mas, es sind anschließend keine Samen­fä­den mehr enthal­ten. Die Erek­tion und der Samen­er­guss bleiben unverän­dert. Auch auf den Hor­mon­haushalt hat die Vasek­tomie keinen Einfluss.

Nein. Wir tas­ten mit dem Fin­ger den End­darm ab und beurteilen auf diesem Wege die Prosta­ta, die dem End­darm direkt anliegt. Die Darm­spiegelung umfasst aber die Beurteilung aller Darmab­schnitte. Dies ist Auf­gabe eines Fachartzes/einer Fachärztin für Gas­troen­terolo­gie. Der medi­zinis­che Fach­be­griff für die Darm­spiegelung heißt „Coloskopie“.

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Mo: 8 — 12 Uhr & 14 — 18 Uhr
Di: 8 — 12 Uhr & 14 — 18 Uhr
Mi: 8 — 12 Uhr

(Mittwochs keine tele­fonis­che Erreichbarkeit)

Do: 8 — 12 Uhr & 14 — 18 Uhr
Fr: 8 — 13 Uhr
Tele­fon­sprechzeit­en kön­nen hier­von abweichen.

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